Solar-Ausschreibungen in Deutschland: 5.462 Zuschläge seit 2015
Seit 2015 ermittelt die Bundesnetzagentur die EEG-Vergütung für größere Solar-Anlagen per Auktion. Dieser Report zeigt den Preis- und Volumen-Verlauf aller Solar-Gebotstermine — getrennt nach Freifläche und Aufdach — und verknüpft die Zuschläge mit den tatsächlich im MaStR gebauten Anlagen. So wird sichtbar, welche Projekte nicht nur gewonnen, sondern auch realisiert wurden.
Datenstand: 23.4.2026
Wie haben sich die Zuschlagspreise entwickelt?
Durchschnittlicher Zuschlagswert je Gebotstermin in Cent pro Kilowattstunde. Freifläche und Aufdach werden getrennt ausgeschrieben und haben eigene Preisdynamiken.
Wie viel Volumen wird jährlich bezuschlagt?
Bezuschlagte MW pro Jahr, aufgeteilt nach Segment. Aufdach-Ausschreibungen gibt es erst seit 2022 — die EEG-Reform hat Solar-2 als eigene Kategorie neu eingeführt.
Wer gewinnt die meisten Zuschläge?
Top-15-Bieter nach kumulierter realisierter MW-Leistung der gewonnenen Zuschläge (Bruttoleistung aller im MaStR registrierten Anlagen). Projektierer, Energieversorger und kommunale Stadtwerke prägen den Markt.
Realisiert = Summe der Bruttoleistung der über das Marktstammdatenregister verknüpften Anlagen. Nicht jedes Gewinner-Gebot wurde auch gebaut — für nicht-realisierte Zuschläge erscheint 0 MW.
Wo entstehen die Anlagen wirklich?
Summe der im MaStR registrierten Bruttoleistung aller bezuschlagten Anlagen, geteilt durch die Landesfläche. Das zeigt, wo tatsächlich gebaut wurde — aussagekräftiger als absolute Zahlen, weil Flächenstaaten natürlich mehr MW haben als Stadtstaaten.
Unter- und Überzeichnung als Marktsignal
Verhältnis von Gebotsmenge zu Ausschreibungsvolumen. Unter 100% = unterzeichnet (zu wenig Nachfrage, oft Signal für zu niedrige Höchstwerte oder schlechte Projektwirtschaftlichkeit). Über 100% = überzeichnet (mehr Nachfrage als Angebot, drückt die Preise). 15% aller analysierten Solar-Runden waren unterzeichnet.
Gebotsmenge (beworben) / Ausschreibungsvolumen. Die vertikale Linie markiert 100%.
Wie viele Zuschläge wurden tatsächlich gebaut?
Pro Gebotstermin: bezuschlagtes Volumen (BNetzA) vs. tatsächlich im MaStR registrierte Bruttoleistung. Über alle Runden mit abgelaufener Realisierungsfrist: 82 % der bezuschlagten Leistung wurden gebaut. Der Rest wurde entweder aufgegeben (Pönale) oder ist nicht im MaStR dem Zuschlag zuordenbar.
Zahlen, die überraschen
Häufig gestellte Fragen
Was sind EEG-Solar-Ausschreibungen?▼
Seit 2015 ermittelt die Bundesnetzagentur (BNetzA) für die meisten größeren Solar-Anlagen die EEG-Vergütung per Ausschreibung. Bieter geben Angebote mit Preis in Cent je kWh ab — die günstigsten erhalten den Zuschlag, limitiert auf das ausgeschriebene Volumen. Unterschieden wird zwischen Solar Freifläche (Solar-1) und Solar Aufdach (Solar-2, ab 2022 ausgeschrieben).
Wie haben sich die Zuschlagspreise entwickelt?▼
Das niedrigste je registrierte Gebot lag bei 0,09 ct/kWh, das höchste bei 11,25 ct/kWh. Der aktuelle Durchschnittspreis der letzten Runde (01.02.2026, Solar Aufdach): 9,56 ct/kWh.
Was bedeutet "unterzeichnete Ausschreibungsrunde"?▼
Eine Runde gilt als unterzeichnet, wenn weniger Gebotsmenge eingereicht wurde als ausgeschrieben war. Das passiert meist, wenn die Höchstgebots-Grenze der BNetzA unter den Marktpreisen liegt oder wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Zinsen, Modulpreise, Flächenverfügbarkeit) gegen neue Projekte sprechen. Von den analysierten Solar-Runden waren 15% unterzeichnet.
Wer sind die größten Bieter?▼
Die höchste kumulierte realisierte Leistung aus Solar-Ausschreibungen hält bisher EnBW Solar GmbH mit 41 Einzelzuschlägen und 260,7 MW Bruttoleistung der verknüpften Anlagen. Die Branche ist allerdings breit — die Top 15 Bieter halten zusammen einen signifikanten, aber nicht dominierenden Marktanteil.
Quelle: Bundesnetzagentur (BNetzA), veröffentlichte Zuschlagslisten aller Solar-Gebotstermine. Flächenangaben: Destatis 11111-0001. Stand: 23.4.2026.